Wie alles begann

Sechs Briefe hat mir mein Grossvater Arnold geschrieben, bis er starb, als ich erst fünf Jahre und des Lesens noch unkundig war. Wunderschöne, poetische Prachtsbriefe, die aussehen, als wären sie gestern geschrieben worden.


Die Briefe sind die Verbindung zu meiner frühkindlichen väterlichen Familienburg, in der ich mich wohl und unter meinesgleichen gefühlt hatte.

Warum haben die Briefe eine so grosse Sehnsucht nach Amsterdam, der längst fälligen Reparatur meiner Vaterlinie bei mir ausgelöst? 

Um das herauszufinden, legte ich meine ganze Flugscham ab und flog nach Amsterdam. Dort versetzte mich die verheissungsvolle Aussicht, endlich die Rätsel zu lösen, die meinen Grossvater noch immer umrankten, in einen wahren Recherchierrausch. 

Die Dokumente, auf die ich stiess, waren schwierig zu entziffern, da sie in alter Schrift und ausschliesslich Holländisch verfasst waren. «Vonnis» bedeutet nicht etwa Wonne, sondern Urteil! Ich stiess nicht wie erhofft auf heldenhafte, adelige und vermögende Vorfahren, sondern ...? Du wirst es erfahren, wenn du meinen Roman liest!

Aus Amsterdam zurück, besuchte ich Schauplätze wie zum Beispiel das frühere Lungenkurhaus in Heiligenschwendi...

... durchwühlte Dokumente auf Zivilstandsämtern, dem Staatsarchiv des Kantons Bern und dem schweizerischen Bundesarchiv.

Wo es kein offizielles Archiv gab, zum Beispiel in Pohlern im Stockental, spazierte ich auf gut Glück los und stiess tatsächlich auf die Menschen, die mir weiterhelfen konnten.

Schrieb eigentlich ich den Roman oder er mich? Das fragte ich mich beim Anblick des rätselhaften Kunstwerks an der Fassade der Lijnbaansgracht 116, wo mein Grossvater zur Welt gekommen war.

Meine Grossmutter Pauline mit Huhn...

...und am Tag ihrer Hochzeit mit meinem Grossvater Arnold (1933).